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Dual-Track Agile

Dual-Track Agile sorgt dafür, dass die linke Hand (Discovery) weiß, was die rechte Hand (Delivery) später bauen soll, bevor sie überhaupt zum Hammer greift.

Dual-Track Agile ist ein Vorgehensmodell, in dem eine Produktentwicklung parallel auf zwei Spuren erfolgt: "Discovery" und "Delivery". Auf der Discovery-Spur werden Probleme verstanden, Ideen entwickelt und Prototypen validiert; auf der Delivery-Spur werden bereits validierte Lösungen technisch umgesetzt und ausgeliefert.

In der Praxis arbeiten in beiden Tracks häufig dieselben Personen, mit unterschiedlichen Werkzeugen und Rituals: Discovery nutzt Methoden wie User Research, Interviews, Mockups, A/B-Tests und Lean Experiments; Delivery nutzt klassische agile Praktiken wie Scrum, Kanban, CI/CD und automatisierte Tests.

Einsatzzweck ist die Vermeidung typischer Probleme von rein delivery-getriebener Arbeit: "Schneller falsche Dinge bauen". Discovery sorgt dafür, dass nur valide Annahmen in die Umsetzung gehen; Delivery sorgt für stabile Umsetzungsqualität. Beide Tracks sind kontinuierlich, nicht sequentiell.

Der Begriff wird Marty Cagan (Silicon Valley Product Group) und Jeff Patton zugeschrieben und hat sich seit den 2010er Jahren in der Produktmanagement-Community etabliert. Beschrieben wird er u. a. in Cagans Buch "Inspired" und in Pattons Arbeiten zu Story Mapping.

In der Praxis ist Dual-Track Agile die nahe liegende Ergänzung zu reinen Scrum-Teams: Der Product Owner allein kann selten alle Discovery-Aufgaben erledigen, gleichzeitig droht ein reines Output-Denken die Wirksamkeit zu reduzieren. Cagan beschreibt Dual Track als "das, was gute Produktteams ohnehin tun" – nur mit einem Namen, der die Praxis explizit macht.

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