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Kanban

Kanban ist wie ein Staudamm für Aufgaben: Es sorgt dafür, dass die Arbeit gleichmäßig fließt und niemand von einer riesigen Welle an To-Dos weggespült wird.

Kanban ist eine Methode zur Visualisierung und Steuerung von Arbeitsflüssen, die auf einem Pull-Prinzip mit expliziten Work-in-Progress-Limits (WIP-Limits) beruht. Im Zentrum steht ein Kanban-Board, auf dem Arbeitsitems durch klar definierte Spalten (z. B. To Do, In Progress, Review, Done) wandern.

In der Softwareentwicklung wird Kanban eingesetzt, um kontinuierliche Liefereinheiten zu managen, ohne feste Iterationsgrenzen wie in Scrum vorzugeben. Es eignet sich besonders gut für Wartungs-, Operations- und Support-Teams sowie für Umgebungen mit wechselnden Prioritäten und einem starken Servicecharakter.

Einsatzzweck ist die Optimierung des Flows: Durch das Begrenzen paralleler Arbeit werden Engpässe sichtbar, die Durchlaufzeit (Lead Time) sinkt, und die Vorhersagbarkeit steigt. Kennzahlen wie Cycle Time, Lead Time und Throughput werden mit Cumulative Flow Diagrams analysiert.

Kanban (japanisch für "Tafel" oder "Schild") stammt ursprünglich aus dem Toyota-Produktionssystem der 1940er Jahre, wo Taiichi Ohno mit Kanban-Karten den Materialfluss steuerte. Die Übertragung auf die Wissensarbeit erfolgte ab 2007 durch David J. Anderson, der die Methode in seinem Buch "Kanban: Successful Evolutionary Change for Your Technology Business" (2010) systematisch beschrieb.

Bemerkenswert ist, dass Anderson Kanban nicht als "Methode" einführen, sondern bewusst als evolutionären Veränderungsansatz positionieren wollte: Bestehende Rollen und Prozesse werden zunächst beibehalten und nur durch Visualisierung und WIP-Limits ergänzt - im Gegensatz zu disruptiveren Ansätzen wie Scrum.

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