CI/CD ist die Sammelbezeichnung für Continuous Integration und Continuous Delivery bzw. Continuous Deployment — eine Praxis und ein Werkzeugkomplex, mit denen Code-Änderungen automatisiert gebaut, getestet und in Produktion ausgerollt werden. Die Idee ist, jede Änderung möglichst klein zu halten und über automatisierte Pipelines schnell und sicher in produktionsnahe Umgebungen zu bringen, sodass Fehler früh erkannt und schnelle Iteration möglich werden.
Eingesetzt wird CI/CD in nahezu allen modernen Softwareprojekten, von Open-Source-Bibliotheken bis zu großen SaaS-Plattformen. Typische Bausteine sind Versionsverwaltung (Git), Build-Werkzeuge (MSBuild, Maven, Gradle, npm), Test-Frameworks, Pipeline-Orchestratoren (GitHub Actions, GitLab CI/CD, Azure Pipelines, Jenkins, CircleCI), Artefakt-Repositories (Azure Artifacts, NuGet, npm, Container Registries) und Deployment-Werkzeuge (kubectl, Helm, Terraform, Argo CD, Flux). Pipelines werden idealerweise als Code (YAML) im Repository selbst versioniert.
Lange, manuelle Release-Prozesse mit seltenen, großen Releases neigen zu hohen Fehlerraten und "Big Bang"-Migrationen; jeder Release ist riskant und teuer. CI/CD reduziert die Größe einzelner Releases, erhöht die Frequenz, automatisiert die Qualitätssicherung und macht Rollbacks routinemäßig möglich. Damit verschiebt sich die Risikokurve zugunsten kleiner, gut testbarer Inkremente.
Historisch geht CI auf Kent Becks Buch "Extreme Programming Explained" (1999) und auf Martin Fowlers Artikel "Continuous Integration" (2000, aktualisiert 2006) zurück. Mit Werkzeugen wie CruiseControl (2001), Hudson (2005, später Jenkins) und Travis CI (2011) wurde CI in der Open-Source-Welt populär. Die Erweiterung um Continuous Delivery wurde durch das gleichnamige Buch von Jez Humble und Dave Farley (2010) etabliert; Continuous Deployment als noch weitergehender Schritt wurde insbesondere durch Etsy, Facebook und Netflix populär. Die DevOps-Bewegung ab 2009 (Patrick Debois, Andrew Shafer) hat CI/CD als zentrales Praktiken-Cluster eingebettet.
Eingeführt und geprägt wurden die Praktiken durch eine breite Community aus Agile- und XP-Befürwortern. Bei Etsy wurden in den frühen 2010er-Jahren mehrere Dutzend Deployments pro Tag durchgeführt — eine zu der Zeit fast unvorstellbare Frequenz. Mike Brittain und John Allspaw haben mit Vorträgen wie "Ops Metametrics" und "10+ Deploys per Day" gezeigt, dass hohe Deployment-Frequenz nicht zu mehr Ausfällen führt, sondern im Gegenteil mit besserer Stabilität korreliert. Diese empirische Erkenntnis ist später durch die DORA-Forschung ("Accelerate" von Forsgren, Humble, Kim, 2018) bestätigt worden und gilt heute als Kernbotschaft moderner Engineering-Organisationen.
Bei bluehands gehört CI/CD zum Kern der Softwareentwicklung seit Anfang der 00'er Jahre und ist aus dem Alltag nicht wegzudenken. Augenzwinkernd gibt es den Satz "Es gibt zwei Arten von Projekten, welche mit CI/CD und welche die eins bekommen".