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Dependency Mapping

Dependency Mapping ist das digitale Detektivspiel, das verhindert, dass Sie den Stecker ziehen und plötzlich die halbe Firma im Dunkeln steht.

Dependency Mapping ist die systematische Erfassung der Abhängigkeiten zwischen Komponenten einer IT-Landschaft – etwa zwischen Anwendungen, Servern, Datenbanken, externen Services und Netzwerken. Im Migrationskontext geht es darum, vor einem Umzug zu wissen, was mit was kommuniziert.

Methodisch werden zwei Ansätze kombiniert: agentenbasierte Tools (z. B. Azure Migrate Dependency Visualization, AWS Application Discovery Service, Dynatrace, Datadog), die Netzwerkverkehr analysieren, sowie manuelle Workshops mit Anwendungsverantwortlichen. Häufig fließen auch CMDB-, Monitoring- und Logdaten ein.

Einsatzzweck ist es, Migration Waves sinnvoll zu schneiden und Cutover-Risiken zu reduzieren. Wer eine Anwendung migriert, ohne ihre Abhängigkeiten zu kennen, riskiert harte Fehlfunktionen – etwa wenn ein Reporting-Job in der alten Umgebung weiterhin Daten von einer migrierten Datenbank erwartet.

Dependency Mapping ist seit den frühen Tagen des Service Management (ITIL, CMDB) bekannt, hat aber durch Cloud-Migrationen und Microservice-Diskussionen ab 2010 eine deutliche Aufwertung erfahren. Tools wie Cisco Tetration oder VMware vRealize Network Insight haben den Standard für tiefe Netzwerksicht gesetzt.

In der Praxis ist Dependency Mapping selten vollständig: Selbst gut gepflegte CMDBs decken oft nur 60–80 % der relevanten Verbindungen ab. Wer ein Migrationsprogramm leitet, sollte Dependency Mapping daher als Daueraufgabe verstehen, nicht als einmaliges Projekt – auch nach Cutover entsteht regelmäßig neue Erkenntnis.

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