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Migration Waves

In der Cloud-Migration ist es wie beim Surfen: Man muss die richtige Welle erwischen, um nicht unterzugehen.

Migration Waves bezeichnen die zeitliche Bündelung von Anwendungen und Workloads, die im Rahmen einer Cloud-Migration jeweils gemeinsam migriert werden. Statt alle Anwendungen auf einmal oder einzeln nacheinander zu verschieben, werden sie in Wellen organisiert, die jeweils gemeinsame Eigenschaften, Abhängigkeiten oder Risiken aufweisen.

Waves werden typischerweise auf Basis einer Portfolioanalyse definiert: Pro Welle wählt man Anwendungen, die ähnliche Migrationsstrategien (z. B. Lift & Shift), gemeinsame Infrastruktur, ähnliche fachliche Domänen oder vergleichbare Risiken haben. So lassen sich Lerneffekte zwischen Anwendungen einer Welle nutzen.

Einsatzzweck ist die Beherrschbarkeit großer Migrationsprogramme. Das Migrieren einzelner Anwendungen kostet pro Workload viel Aufwand für Vorbereitung, Tests und Cutover; durch Bündelung in Wellen werden Effizienz, Lerneffekte und Skaleneffekte realisiert. Gleichzeitig bleibt das Risiko pro Welle überschaubar.

Das Konzept ist seit Jahren fester Bestandteil von Migrationsmethoden bei AWS (Migration Acceleration Program), Microsoft (CAF Plan & Adopt), Google und vielen Beratungen. Werkzeuge wie Azure Migrate, AWS Migration Hub und Migration-Plattformen unterstützen die Wave-Planung mit Abhängigkeitsanalysen.

In großen Programmen sind 5–20 Migration Waves über mehrere Jahre keine Seltenheit, jeweils mit eigenen Plan-, Cutover- und Hypercare-Phasen. Wichtig: Die erste Welle dient meistens dem Lernen, nicht dem Output – gute Programme planen sie bewusst klein und mit niedrigem Risiko.

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