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Cutover

Ein Cutover ist wie eine Herz-OP am offenen System: Wenn das neue Herz schlägt, halten alle kurz die Luft an, bis der Monitor wieder grün leuchtet.

Der Cutover ist der Zeitpunkt, an dem eine Anwendung oder ein Workload formal von der alten auf die neue Umgebung umgeschaltet wird. Im Migrationskontext bezeichnet er den Übergang vom Lauf- in den Produktivbetrieb der migrierten Lösung.

In der Praxis werden Cutovers detailliert geplant: Drehbücher (Runbooks), Verantwortlichkeiten, Kommunikationspläne, Pre- und Post-Checks, DNS-/Netzwerk-Switchover, Datenbank-Synchronisationen, Smoke- und User-Acceptance-Tests sowie Fallback-Pläne. Häufig finden Cutovers in Wartungsfenstern oder am Wochenende statt.

Einsatzzweck ist die kontrollierte Umstellung mit minimaler Geschäftsunterbrechung. Ein gut geplanter Cutover reduziert Ausfallzeit, Datenverlustrisiko und Stress für die beteiligten Teams. Schlecht geplante Cutovers gehören zu den klassischen Ursachen größerer IT-Vorfälle in Migrationsprojekten.

Cutover-Konzepte stammen aus klassischen Hardwaremigrations- und Releasemanagement-Disziplinen und sind heute Bestandteil aller großen Migrationsmethoden bei AWS, Microsoft, Google und Beratungen. Werkzeuge wie AWS Application Migration Service oder Azure Migrate unterstützen Cutover-Wellen mit Test- und Final-Cutover-Modi.

In der Praxis bewährt sich "so wenig Cutover wie möglich, so viel Business Continuity wie nötig". Strangler-Fig-Ansätze, Blue/Green-Deployments und Datenreplikationen erlauben es, viele Migrationen ohne harte Wechselzeitpunkte durchzuführen – ein Trend, der klassische "Big-Bang"-Cutover zunehmend zur Ausnahme macht.

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