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Monitoring

Monitoring ist wie das EKG Ihrer IT: Man hofft auf eine ruhige Linie, will aber sofort wissen, wenn das Herz stolpert.

Monitoring bezeichnet die kontinuierliche Erfassung, Speicherung und Auswertung von Metriken und Zustandsdaten produktiver Systeme mit dem Ziel, vordefinierte Soll-Zustände zu überprüfen und bei Abweichungen Alarm zu schlagen. Klassisches Monitoring konzentriert sich auf bekannte Fehlerbilder ("known unknowns"): CPU-Auslastung, Speicher, Festplatten, Netzwerk, Antwortzeiten, Verfügbarkeit, Fehlerquoten, Queue-Längen. Ergebnis sind Dashboards mit Zeitreihen, Status-Übersichten und Alarmregeln ("wenn CPU > 90 % über 10 Minuten, dann Alarm").

Eingesetzt wird Monitoring in jeder produktiven IT-Landschaft. Übliche Werkzeuge sind Prometheus mit Grafana, Datadog, New Relic, Dynatrace, AppDynamics, Azure Monitor, Amazon CloudWatch, Google Cloud Monitoring, Zabbix, Nagios/Icinga, Splunk Observability und Elastic Observability. Telemetrie wird über Pull-Modelle (Prometheus mit Exportern) oder Push-Modelle (StatsD, OpenTelemetry, Vendor-Agents) erfasst und über Alert-Manager an Pager- und Ticket-Systeme weitergeleitet.

Ohne Monitoring werden Probleme erst sichtbar, wenn Anwender oder Kunden sich melden — mit Monitoring wird ein Großteil der Probleme im Idealfall vor oder gleichzeitig mit dem ersten Endnutzer-Effekt erkannt. Gut entworfene Monitoring-Systeme reduzieren Mean Time to Detect (MTTD) und unterstützen damit kürzere Mean Time to Recovery (MTTR), die zentralen DORA-Metriken für Betriebsstabilität.

Monitoring reicht bis in die frühen Tage des Rechenzentrumsbetriebs zurück. SNMP (Simple Network Management Protocol, RFC 1067, 1988) etablierte einen herstellerneutralen Standard für Netzwerk- und System-Telemetrie. Nagios (Ethan Galstad, ab 1999) wurde zum De-facto-Standard für Open-Source-Monitoring. Mit der Cloud- und Microservice-Ära entstanden Werkzeuge wie StatsD (Etsy, 2011), Graphite (Chris Davis, ab 2008), Prometheus (SoundCloud, 2012, CNCF Graduated 2018) und schließlich der OpenTelemetry-Standard (CNCF, ab 2019), der Logs, Metriken und Traces unter einem gemeinsamen API-/SDK-Modell zusammenführt.

Mit dem Aufstieg von Microservices und verteilten Systemen wurde in der DevOps-Community ab etwa 2017 lebhaft über die Abgrenzung zwischen "Monitoring" (bekannte Probleme) und "Observability" (unbekannte, neu auftretende Probleme) diskutiert — Charity Majors, Liz Fong-Jones und Cindy Sridharan haben in dieser Phase den Observability-Begriff geschärft. Heute werden beide Begriffe oft synonym verwendet, gemeint sind aber unterschiedliche Reifegrade: Monitoring ist eine Voraussetzung, Observability ein darüber liegendes Konzept.

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