Vibe Coding ist ein informeller Begriff für einen Programmierstil, in dem der Entwickler primär die gewünschte Wirkung beschreibt – "den Vibe" – und ein KI-Modell die konkrete Codeumsetzung übernimmt. Statt Zeile für Zeile zu schreiben, beurteilt der Entwickler hauptsächlich Ergebnisse, gibt Korrekturen und steuert iterativ nach.
In der Praxis stützt sich Vibe Coding auf Werkzeuge wie Cursor, Claude Code, Copilot Workspace oder vergleichbare Agenten-IDEs. Die Eingaben sind oft hochgradig informell: "mach es schöner", "lösen wir es mit weniger State", "baue mir eine Landing Page mit Hero und drei Features".
Einsatzzweck ist das schnelle Prototyping, das Erkunden von Lösungsräumen und das Reduzieren mentaler Reibung beim Aufbau einfacher Komponenten. Insbesondere bei UI-, Skript- und Glue-Code lässt sich erstaunlich viel Output erzielen, wenn der Entwickler vor allem das Verhalten beurteilt.
Der Begriff wurde 2024/2025 von Andrej Karpathy in einem Tweet popularisiert, in dem er beschrieb, wie er beim Bau kleiner Tools praktisch nichts mehr mit den Händen tippt, sondern dem Modell Anweisungen gibt und Ergebnisse sichtet. Daraus wurde innerhalb weniger Wochen ein eingebürgerter Begriff in der Entwickler-Community.
Vibe Coding ist nicht ohne Kritik: Wer ausschließlich Vibes verfolgt, kann leicht Architekturschulden, schwer wartbaren Code oder Sicherheitslücken einbauen, die erst beim Skalieren sichtbar werden. Reife Teams nutzen den Stil daher gezielt – etwa für Prototypen, Tools oder Demos – und greifen bei produktivem Code zu klassischeren Disziplinen.