Cursor ist eine KI-zentrierte Entwicklungsumgebung, die als Fork von Visual Studio Code entstanden ist. Sie versteht sich nicht als reine Erweiterung, sondern als IDE, die Modelle und Werkzeuge vom Editor an konsequent in den Mittelpunkt stellt – mit eigenem Chatfenster, Inline-Edit-Modus, Composer und Agentenfunktionen.
Cursor unterstützt mehrere Modellanbieter (OpenAI, Anthropic, Google) und erlaubt Benutzern, Modelle wie GPT-4, Claude oder eigene Modelle anzubinden. Funktionen wie der Composer erlauben es, gleichzeitig mehrere Dateien zu bearbeiten; "Apply"-Modi lassen Änderungen auf Diff-Basis akzeptieren, ablehnen oder bearbeiten.
Einsatzzweck ist eine durchgängige KI-gestützte Entwicklungserfahrung. Statt mit zwei getrennten Tools (Editor + Chatbot) zu arbeiten, sollen Entwickler in einer Oberfläche schreiben, refaktorieren, debuggen und mit dem Modell diskutieren – inklusive direktem Zugriff auf das Repository und die Codeumgebung.
Cursor wurde 2022 von Anysphere (Aman Sanger und Mitgründern) öffentlich als Closed Beta vorgestellt. Schon 2023 erhielt das Unternehmen erhebliche Finanzierung und entwickelte sich zu einem der prominentesten KI-IDE-Anbieter; Investoren sind unter anderem OpenAI, Andreessen Horowitz und Thrive Capital.
Cursor steht stellvertretend für eine neue Welle von "AI-First IDEs" wie Zed, Aider, Continue oder Replit, die VS Code als gemeinsamen Ausgangspunkt nutzen. Die hohe Geschwindigkeit, mit der hier neue Workflows entstehen, ist eines der prominentesten Beispiele dafür, wie LLMs eine ganze Tooling-Kategorie umkrempeln.