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Spec Driven Development

SDD ist der Plan, bevor die KI loslegt – damit am Ende nicht nur "Vibes" rauskommen, sondern ein echtes Produkt.

Spec Driven Development (SDD) ist ein Ansatz, bei dem die Spezifikation eines Systems – funktional, nicht-funktional, Schnittstellen, Verhalten – ins Zentrum der Entwicklung gestellt wird. Auf Grundlage dieser Spezifikation werden Code, Tests und Dokumentation automatisiert oder zumindest stark unterstützt erzeugt.

In der KI-Welt nimmt SDD eine besondere Rolle ein: Da Modelle besonders gut darin sind, präzise Eingaben in Code umzusetzen, lohnt sich die Investition in eine gute Spezifikation. Werkzeuge wie OpenAPI, AsyncAPI, JSON Schema, Gherkin oder eigene domänenspezifische DSLs werden in Verbindung mit LLM-basierten Generatoren genutzt, um Code, Mocks, Tests und Dokumente konsistent zu erzeugen.

Einsatzzweck ist eine konsistente Quelle der Wahrheit für ein System. Wenn die Spezifikation rigoros gepflegt wird, lassen sich daraus automatisch Service-Stubs, SDKs, Tests und sogar Verträge zwischen Teams ableiten – ähnlich, wie es API-First-Bewegungen bereits skizziert haben, nun aber mit deutlich mächtigeren Generatoren.

Konzeptionell knüpft SDD an Ideen wie Model-Driven Development, Contract-First Development und Behavior-Driven Development an. Mit dem Aufkommen leistungsfähiger LLMs ab 2022 und Agenten-Frameworks ab 2024 entsteht ein neues Interesse, weil Modelle ohne starre Codegeneratoren mit "weichen" Specs gut umgehen können.

In der Praxis wirkt SDD wie ein Gegenpol zu Vibe Coding: Statt impulsiver Iteration mit groben Anweisungen werden Anforderungen sauber formuliert und versioniert. Beide Stile schließen einander nicht aus, sondern adressieren unterschiedliche Phasen – frühes Prototyping vs. langfristige Produktentwicklung – und können sinnvoll kombiniert werden.

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