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Software Carbon Intensity (SCI)

SCI ist wie die Kalorientabelle für Ihre Software – nur dass es hier um den CO2-Ausstoß geht.

Die Software Carbon Intensity (SCI) ist eine Kennzahl, die angibt, wie viele Gramm CO₂-Äquivalente pro "funktionaler Einheit" einer Anwendung emittiert werden – etwa pro Anfrage, pro verarbeitetem Datensatz oder pro Nutzersitzung. Sie wird durch eine standardisierte Formel berechnet, die Energieverbrauch, Carbon-Intensität, eingebettete Emissionen und Skalierung kombiniert.

Die Formel lautet vereinfacht: SCI = (E × I + M) / R, wobei E der Energieverbrauch, I die Carbon-Intensität des verwendeten Stroms, M die durch die Hardware-Herstellung amortisierten Emissionen und R die funktionale Einheit ist. Ein niedriger SCI-Wert bedeutet pro Anfrage weniger CO₂.

Einsatzzweck ist die Vergleichbarkeit der Klimawirkung von Software – über Versionen, Architekturentscheidungen und Anbieter hinweg. Während ein absoluter Carbon Footprint stark mit dem Nutzungsumfang skaliert, normalisiert SCI den Effekt pro Einheit Wert und ermöglicht so gezielte Optimierungen.

SCI wurde von der Green Software Foundation entwickelt und 2024 als ISO/IEC 21031 standardisiert. Initiator war eine Arbeitsgruppe rund um Asim Hussain (Microsoft), Sara Bergman, Anne Currie und weitere Engineers, die ein praxistaugliches Pendant zum Green-IT-Standardvokabular liefern wollten.

Im Vergleich zu klassischen Kennzahlen wie Watt oder kWh hat SCI den Vorteil, dass es Optimierungen ehrlich misst: Eine Anwendung, die mit derselben Energie zehnmal mehr Anfragen bedient, sinkt im SCI-Wert deutlich – ein Effekt, der bei rein absoluten Kennzahlen verschleiert würde.

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