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Replatform

Replatforming ist der Umzug in eine neue Wohnung, bei dem man sich endlich mal eine Spülmaschine gönnt, aber die Möbel behält.

Replatform (auch "Lift, Tinker and Shift") ist eine Migrationsstrategie, bei der Workloads in die Cloud verschoben und dabei in einigen Aspekten an die Zielumgebung angepasst werden – ohne die Anwendung architektonisch neu zu entwerfen.

Typische Replatform-Maßnahmen sind die Umstellung von eigenen Datenbanken auf verwaltete Dienste (z. B. SQL Server auf Azure SQL Managed Instance), die Nutzung von Container-Orchestrierern statt klassischer VMs, der Wechsel auf verwaltete Kubernetes-Dienste (AKS, EKS), Object Storage statt File Servern oder die Anbindung an verwaltete Identitätsdienste.

Einsatzzweck ist ein guter Kompromiss zwischen Migrationsgeschwindigkeit und Cloud-Nutzen. Replatform reduziert Risiken, weil Geschäftslogik im Wesentlichen unverändert bleibt, gleichzeitig sinken Betriebsaufwand, Patch-Last und Lizenzkosten häufig erheblich.

Das Konzept wurde durch Gartner und AWS als Teil der "6 R's of Migration" populär. AWS hat es seit 2016 in seinen Migrationsleitfäden konsequent als Empfehlung für Workloads positioniert, bei denen Lift & Shift zu wenig, Refactor aber zu viel Aufwand wäre.

In der Praxis ist Replatform die häufig gewählte Strategie für Datenbanken und Middleware-Komponenten, da gerade hier die größten operativen Einsparungen liegen. Bemerkenswert ist die Erfahrung vieler Unternehmen, dass die Replatform einer Datenbank zwar formal nur "Plattformwechsel" ist, in der Praxis aber häufig den Anstoß zu deutlich tiefgreifenderen Aufräumarbeiten gibt.

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