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Refactor

Wenn aus dem alten Monolithen ein moderner Cloud-Nativ-Schmetterling wird, nennt man das Refactor.

Refactor – im Kontext der Cloud-Migration auch "Re-architect" oder "Refactor / Re-architect" genannt – bezeichnet die tiefgreifende Umgestaltung einer Anwendung, um Cloud-Native-Eigenschaften wie Elastizität, hohe Verfügbarkeit, ereignisgetriebene Verarbeitung oder Microservices voll auszuschöpfen.

Konkrete Maßnahmen reichen von der Zerlegung eines Monolithen in Microservices über den Einsatz von Functions-as-a-Service, Event-Streams (Kafka, Event Hubs) und verwalteten Datenplattformen bis hin zur Einführung von DDD- und Clean-Architecture-Prinzipien. Dabei werden oft auch Tooling, CI/CD und Plattformpraktiken modernisiert.

Einsatzzweck ist die Realisierung des vollen Cloud-Nutzens: Skalierung mit der Last, höhere Innovationsgeschwindigkeit, geringere Time-to-Market und differenzierte Kostenmodelle. Refactor ist die aufwändigste, aber langfristig wirkungsvollste Variante der "R"-Strategien.

Gartner und AWS haben Refactor als zentralen Bestandteil der 6-R-Klassifikation (2010 / 2016) eingeführt. Microsoft positioniert es im Cloud Adoption Framework als eine von mehreren Modernisierungsentscheidungen entlang einer "Modernization Journey".

In der Praxis wird Refactor selten auf alle Workloads angewendet. Erfolgreiche Programme priorisieren strategisch: Workloads mit hohem Geschäftswert oder hohen Skalierungsanforderungen werden refaktoriert, andere bleiben Lift & Shift. Das Bild des "Strangler Fig" (Martin Fowler) ist sehr hilfreich – schrittweise wird ein neuer Service über den alten gewickelt und der Monolith schließlich abgelöst.

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