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Multi-Cloud

Warum sich auf eine Wolke verlassen, wenn man den ganzen Himmel voller verschiedener Cloud-Anbieter haben kann?

Multi-Cloud bezeichnet die bewusste Nutzung mehrerer Public Clouds (z. B. Azure, AWS, Google Cloud, Oracle Cloud, OVHcloud) durch eine Organisation. Anders als bei Hybrid Cloud geht es weniger um die Verbindung zu On-Premises, sondern um die parallele Nutzung verschiedener Cloud-Anbieter.

In der Praxis kommen Workloads in verschiedenen Clouds zum Einsatz – aus historischen Gründen (Akquisitionen), aus strategischen Überlegungen (Vendor-Diversifizierung, Verhandlungsmacht), aus Spezialisierung (z. B. ML in einer, Datenbanken in einer anderen Cloud) oder aus regulatorischen Gründen.

Einsatzzweck ist die Vermeidung übermäßiger Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter, die Erhöhung der Ausfallsicherheit und die Nutzung der jeweils stärksten Dienste. Gleichzeitig erhöht Multi-Cloud die Komplexität in Identitätsmanagement, Netzwerk, Plattform-Tooling und FinOps deutlich.

Der Begriff hat sich in den 2010er Jahren etabliert, mit zunehmender Reife der Cloud-Anbieter. Initiativen wie das Cloud Native Computing Foundation (CNCF) und Standards wie Kubernetes, Terraform, OpenTelemetry tragen dazu bei, Multi-Cloud praktikabler zu machen.

In der Praxis steht Multi-Cloud immer wieder zur Debatte: Während Technologie-Anbieter und Berater es oft propagieren, warnen erfahrene Architekten vor unnötiger Komplexität. Eine pragmatische Position lautet daher "Single-Cloud-First, Multi-Cloud where it matters" – die Hauptlast liegt typischerweise in einer Cloud, ergänzt um spezifische Workloads in anderen.

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