Eine Hybrid Cloud ist eine IT-Umgebung, in der private Infrastruktur (On-Premises oder Private Cloud) und öffentliche Cloud-Dienste integriert genutzt werden. Workloads können je nach Anforderung zwischen den Welten verteilt, verschoben oder kombiniert werden.
Technisch wird Hybrid Cloud durch sichere Netzwerke (VPN, ExpressRoute, Direct Connect), Identitäts-Föderation, gemeinsame Plattformen (z. B. Azure Arc, Google Anthos, AWS Outposts) und konsistente Tooling-Pipelines hergestellt. Häufig kommt Kubernetes als gemeinsame Laufzeit-Schicht zum Einsatz.
Einsatzzweck ist die Verbindung der Vorteile beider Welten: Datenhoheit, Latenz und Investitionssicherheit On-Premises, Skalierbarkeit, Innovationsgeschwindigkeit und Servicebreite in der Public Cloud. Branchen mit regulatorischen Anforderungen (Banken, Behörden, Industrie) nutzen Hybrid-Modelle besonders intensiv.
Der Begriff wurde Ende der 2000er Jahre populär, als Anbieter wie Microsoft, IBM und VMware Strategien für eine Verbindung interner Rechenzentren mit Public Clouds positionierten. NIST definierte Hybrid Cloud 2011 in seiner Cloud-Definition als eine von vier Bereitstellungsmodellen.
Heute ist Hybrid Cloud in vielen Konzernen das tatsächliche Realitätsmodell. In der Branche wird häufig beobachtet, dass nahezu jede "Pure Cloud"-Strategie nach einigen Jahren faktisch hybrid wird – durch Akquisitionen, regulatorische Anforderungen oder Edge-Workloads.