Wissen von A bis Z

Lift & Shift (Rehost)

Lift & Shift ist der Umzug, bei dem man einfach die Kisten packt und sie in der neuen Wohnung genauso wieder aufstellt.

Lift & Shift, auch "Rehost" genannt, ist eine Migrationsstrategie, bei der Workloads ohne wesentliche Änderungen aus einem bestehenden Rechenzentrum in eine Cloud-Umgebung verlagert werden. Ziel ist, möglichst schnell und mit geringem Risiko bestehende Anwendungen in der Cloud zu betreiben.

In der Praxis werden virtuelle Maschinen mit Tools wie Azure Migrate, AWS Application Migration Service oder VMware Cloud Director auf entsprechende Cloud-VMs übertragen. Anwendungen, Konfigurationen und Datenbanken bleiben weitgehend unverändert; lediglich Netzwerk, Identitäten und Monitoring werden an die Cloud-Umgebung angepasst.

Einsatzzweck ist die zügige Konsolidierung von Rechenzentrumsstandorten, das Erfüllen von Exit-Strategien aus Hosting-Verträgen oder die Vorbereitung weiterer Modernisierungsschritte. Die Cloud-Vorteile wie Elastizität und PaaS-Dienste werden dabei nur teilweise genutzt – das ist bewusst akzeptierte Trade-off.

Der Begriff stammt aus dem Migrationskontext der frühen 2010er Jahre, als Unternehmen erstmals systematisch Workloads in IaaS-Umgebungen verschoben. Gartners "5 R's"-Klassifikation (2010), heute meist als "6 R's" oder "7 R's" verwendet, hat den Begriff geprägt.

Lift & Shift wird oft als Zwischenschritt verstanden: Erst die Anwendung migrieren, dann optimieren ("Lift, Shift, Optimize"). In der Praxis gilt der Spruch "Don't just lift and shift your problems" als Warnung – schlecht gepflegte Anwendungen werden in der Cloud nicht magisch besser, sondern oft sichtbarer und teurer.

Zurück