Ein Code Review ist die strukturierte Begutachtung von Quelltext durch eine oder mehrere Personen, die nicht der Autor sind. Ziel ist es, Fehler, Sicherheitslücken, Designschwächen und Verstöße gegen Konventionen zu finden, bevor der Code in den Hauptzweig integriert wird.
In der modernen Entwicklung erfolgt Code Review meist toolgestützt im Rahmen von Pull Requests bzw. Merge Requests in Plattformen wie GitHub, GitLab, Azure DevOps oder Bitbucket. Es gibt synchrone Reviews (z. B. im Pair Programming oder Walkthrough) und asynchrone Reviews, ergänzt durch automatisierte Code-Analyse, Linter und Tests.
Einsatzzweck ist die Qualitätssicherung und der Wissenstransfer. Code Reviews fangen Fehler ab, bevor sie produktiv werden, und stellen sicher, dass mehr als eine Person den geänderten Code versteht. Außerdem helfen sie, einheitliche Stile und Architekturentscheidungen durchzusetzen und neue Teammitglieder einzuarbeiten.
Formale Code-Reviews wurden bereits 1976 von Michael Fagan bei IBM unter dem Begriff "Fagan Inspection" definiert. Diese stark strukturierten Inspektionen sind heute selten; sie wurden durch die leichtgewichtigeren, kontinuierlichen Pull-Request-Reviews abgelöst, die mit Plattformen wie GitHub seit etwa 2008 zum Standard wurden.
Studien wie Microsofts "Modern Code Review" (2013) zeigen, dass Reviews heute weniger Defekte als vielmehr Verständnis und Wissensverteilung fördern. Die berühmte Webcomic-Antwort "WTFs/minute" von Thom Holwerda ist als Maß für Codequalität fester Bestandteil der Review-Kultur geworden.