Cloud Carbon Footprint bezeichnet sowohl den CO₂-Fußabdruck von Cloud-Workloads im Allgemeinen als auch konkret das gleichnamige Open-Source-Tool von Thoughtworks. Beide Bedeutungen drehen sich um die Frage, wie viele Treibhausgasemissionen durch Nutzung von AWS, Azure, GCP und anderen Cloud-Anbietern entstehen.
Das Tool "Cloud Carbon Footprint" liest Abrechnungs- und Nutzungsdaten der großen Hyperscaler aus und schätzt anhand öffentlich verfügbarer Methoden Energieverbrauch und Carbon-Intensität pro Service, Region und Konto. Anbieter selbst bieten zusätzlich proprietäre Reports an: AWS Customer Carbon Footprint Tool, Microsoft Sustainability Manager, Google Carbon Footprint.
Einsatzzweck ist die Transparenz über die Klimawirkung der eigenen Cloud-Nutzung. Da Workloads in der Cloud oft fluktuieren, regional verteilt sind und unterschiedliche Hardwareauslastung haben, ist eine pauschale Bewertung schwer; tooling-gestützte Analysen liefern hier belastbare Datenpunkte.
Die Diskussion um den Cloud Carbon Footprint hat ab 2018 erheblich an Fahrt gewonnen, getrieben durch Studien zum Energieverbrauch von Hyperscale-Rechenzentren und Kundenforderungen nach Scope-3-Reporting. Thoughtworks veröffentlichte sein Tool 2021 als Open Source unter der Apache-2.0-Lizenz.
In der Praxis erlauben solche Daten interessante Einsichten: Workloads in Rechenzentrumsregionen mit hohem Anteil erneuerbarer Energien (z. B. Schweden, Frankreich) können teils um Faktor 5–10 emissionsärmer sein als in stromintensiven Regionen. Das macht die Wahl der Cloud-Region zu einer der einfachsten und wirkungsvollsten Sustainability-Hebel.