Das .NET Framework ist die ursprüngliche, an Windows gebundene Implementierung der .NET-Plattform von Microsoft. Es besteht im Kern aus zwei Bausteinen: der Common Language Runtime (CLR) als verwalteter Ausführungsumgebung und der Framework Class Library (FCL) als umfangreicher Standardbibliothek. Quellcode aus mehreren Sprachen — vor allem C#, Visual Basic .NET, F# und C++/CLI — wird zunächst in eine sprachneutrale Zwischensprache, die Common Intermediate Language (CIL), übersetzt und zur Laufzeit von der CLR per Just-in-Time-Compiler in Maschinencode umgewandelt. Damit liefert das Framework eine sprachunabhängige Laufzeitumgebung mit automatischer Speicherverwaltung (Garbage Collection), Typsicherheit, einer einheitlichen Ausnahmebehandlung und einem feinkörnigen Sicherheitsmodell (Code Access Security).
Typische Einsatzgebiete sind klassische Windows-Desktop-Anwendungen mit Windows Forms oder WPF, serverseitige Web-Anwendungen mit ASP.NET WebForms, ASP.NET MVC und Web-API, verteilte Dienste mit WCF, Geschäftsprozesse mit Windows Workflow Foundation, Windows-Services sowie unternehmensweite Branchenanwendungen, die tief in das Microsoft-Ökosystem aus COM, Active Directory und SQL Server integriert sind.
Das Framework löst zentrale Probleme der vorausgegangenen Win32-/COM-Welt: manuelle Speicherverwaltung mit Pointern, fragile Versionsabhängigkeiten zwischen DLLs (‚DLL Hell'), eingeschränkte Typsicherheit über Sprachgrenzen hinweg und stark fragmentierte APIs für unterschiedliche Anwendungsklassen. Mehrere Versionen einer Bibliothek können dank des Global Assembly Cache (GAC) parallel auf einem System existieren und werden über starke Namen eindeutig identifiziert.
Historisch wurde das .NET Framework im Juni 2000 unter dem Codenamen ‚Next Generation Windows Services' (NGWS) angekündigt und Anfang 2002 in Version 1.0 freigegeben. Es folgten 1.1 (2003), 2.0 (2005, Einführung von Generics und einer überarbeiteten CLR 2.0), 3.0 (2006, mit WPF, WCF, WF und CardSpace), 3.5 (2007, mit LINQ und Lambda-Ausdrücken), 4.0 (2010, parallele Laufzeit, dynamic, TPL), 4.5 (2012, async/await, neue CLR 4.5), die Inkremente 4.6, 4.7 und schließlich 4.8 (2019). Mit Version 4.8.1 (2022) gilt das .NET Framework offiziell als feature-komplett; neue Funktionen erscheinen ausschließlich im plattformübergreifenden .NET (vormals .NET Core).
Eingeführt und kontinuierlich weiterentwickelt wurde die Plattform von Microsoft. Maßgeblich an der Sprache C# und am .NET-Typsystem beteiligt war Anders Hejlsberg, der zuvor bei Borland Turbo Pascal und Delphi geprägt hatte. Die zugrundeliegenden Standards ECMA-334 (C#) und ECMA-335 (Common Language Infrastructure, CLI) wurden federführend von Microsoft, Hewlett-Packard und Intel eingebracht und damit auch unabhängigen Implementierungen wie dem Mono-Projekt von Miguel de Icaza zugänglich gemacht.
Bei der Vorstellung 2000 stand das ‚.NET' im Markenkern eines weit größeren Microsoft-Strategiewechsels — selbst Konsumentendienste wie Hotmail, Passport und MSN wurden zeitweise unter dem Label ‚.NET My Services' (Codename ‚HailStorm') vermarktet. Diese Web-Service-Strategie wurde 2002 weitgehend eingestellt, der Name ‚.NET' blieb aber dauerhaft an der Entwicklerplattform haften, was bis heute zu Verwechslungen zwischen ‚.NET' als Markenfamilie und ‚.NET Framework' als konkretem Produkt führt.
Wir bei bluehands sind seit beginn an Board. Mit der ersten Beta-Version haben wir mit unserem Kunden Seven2one bei RWE Power große Lösungen zum Kraftwerks-Controlling und Monitoring eingeführt. Im Jahre 2004 haben wir gemeinsam mit anderen Enthusiasten die .NET Usergroup Karlsruhe gegründet und organisieren diese bis Heute. Seit 2006 hosten und organisieren wir den .NET Open Space Süd (#nossued).