Transformation bedeutet, das Gute weiterzuentwickeln - Aydin Mir Mohammadi im Wirtschaftsspiegel

Der neue Wirtschaftsspiegel beleuchtet die Stärken der Region unter dem Motto Neugier: Die braucht es um alte Wege zu verlassen und neue Pfade zu betreten. So sieht es auch bluehands Geschäftsführer und Community-Enthusiast Aydin Mir Mohammadi: "Nur so lassen sich Lösungen für komplexe Herausforderungen finden und die digitale Transformation gestalten." Mit spielerischer Neugier beantwortet er denn auch die Fragen der Redaktion für die Rubrik "Köpfe der Region".

· 4 Min Lesezeit
Ausschnitt des Covers vom Wirtschaftsspiegel 2024 zum Thema Neugier

Hier ist das Interview als PDF nachzulesen.

  1. Herr Mir Mohammadi, Sie wissen als Geschäftsführer von bluehands um das Potenzial der Ideenfindung, gerade in den Bereichen Softwareentwicklung und Softwarelösungen. Wie viel Neugier muss ein Geschäftsführer selbst mitbringen, um erfolgreich in die Zukunft zu starten?

Als Gründer und Geschäftsführer brauche ich eine kreative Neugier, die mich und uns voranbringt. Sie entsteht, wenn zwei Formen der Neugier zusammenkommen: einerseits die eher nüchterne Neugier eines Forschers, die ziel- und output-orientiert ist. Und die kindlich-spielerische Neugier, die im Grunde zweckfrei ist und einfach ausprobieren will. Mit einer Mischung aus beiden gelingt es, auf komplexe Herausforderungen die Art von Lösungen zu entwickeln, die Dinge einfacher und besser machen. Und genau das ist mein Job. 

  1. Die digitale Transformation steht für Veränderung. Wie passen Veränderung und Neugier zusammen? Und wie lässt sich die Lust auf Neues lernen?

Ohne Neugier ist Veränderung ein Rennen gegen die Wand. Das gilt gerade auch für die Software-Entwicklung. Denn die Transformation von Software besteht nicht darin, dass man alles neu schreibt, sondern so weit wie möglich weiterverwendet. Wichtig hier ist: Transformation by design, not by disaster. Das funktioniert nur, wenn man frühzeitig neugierig ist auf etwas Besseres. Im Kern geht es darum, bestehende und bewährte Software und Prozess zu hinterfragen und so zu transformieren, dass sie auch die nächsten zehn Jahre in eine sich weiter verändernde Welt passt. Stichworte sind hier zum Beispiel die Cloud, künstliche Intelligenz und ökologischer Fußabdruck. Lernen bedeutet dabei auch, die Lust aufs neugierig sein nicht zu verlieren.

  1. Stichwort: Curiosity Economy! Was ist Ihr Tipp an etablierte Unternehmen, die sich damit schwertun, Innovationen voranzutreiben und bestehende Produkte zu verbessern?

Neugier auf andere Menschen und neue Ideen sind für mich eine wichtige Triebfeder für Innovationen. Deshalb lautet mein Rat: Verlassen Sie Ihre gewohnten Denkmuster und gehen Sie rein in die Community. Alles Relevante, das ich in meinem Berufsleben gelernt habe, stammt aus Netzwerken und dem Austausch mit anderen, sei es mit Unternehmer:innen oder Fachexpert:innen. Lassen Sie sich in der Community die Gehirnzellen durcheinander wirbeln und atmen Sie neue Impulse ein. 

  1. Keine Innovation ohne Neugierde. In welchen ökonomischen und ökologischen Bereichen wünschen Sie sich mehr Innovationen?

Ich wünsche mir in unserer Software- und IT-Branche, dass alle Bereiche über Daten und Schnittstellen hinweg zusammenarbeiten, um den ökologischen Fußabdruck unseres Tuns zu reduzieren. Im CyberForum haben wir deshalb die CO2-Challenge gestartet mit dem Ziel, die CO2-Emissionen unserer Software um 40 Prozent zu senken. Ich bin davon überzeugt, dass dadurch inhaltliche, organisatorische und systemische Innovationen entstehen. 

  1. Neugierige Kinder gelten als intelligent und kreativ, weil sie eben wissbegierig sind. Wie viel von einem „neugierigen Kind“ steckt noch in Ihnen? 

Ich mag es, den Dingen auf den Grund zu gehen, weshalb ich mich als Spielkind bezeichnen würde. Am wohlsten fühle ich mich, wenn das Ausprobieren nicht zielgerichtet ist. Und besonders viel Spaß macht mir das Spielen in der Gruppe, wenn ich gemeinsam mit Kund:innen und Kolleg:innen der Kreativität freien Lauf lassen kann. Das ist auch ein Grund, warum das Motto von bluehands „einfach machen“ lautet. Mit dieser freien Haltung des Spielkinds kann ich am besten Probleme lösen und bei der Transformation von Software mitwirken.

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