Transport Layer Security (TLS) ist ein kryptografisches Protokoll zur Absicherung von Kommunikation über Netzwerke. Es gewährleistet Vertraulichkeit (durch Verschlüsselung), Integrität (durch Message Authentication Codes) und mittels X.509-Zertifikaten Authentizität der Gegenseite.
TLS arbeitet als Schicht zwischen Transport- und Anwendungsprotokollen und wird von HTTPS, SMTPS, IMAPS, FTPS, MQTT over TLS und vielen weiteren Protokollen genutzt. Beim Verbindungsaufbau läuft ein Handshake ab, in dem Cipher Suites ausgehandelt, Zertifikate geprüft und Sitzungsschlüssel generiert werden; aktuelle Versionen wie TLS 1.3 reduzieren dabei die Round Trips erheblich.
Einsatzzweck ist der Schutz beliebiger Anwendungsprotokolle vor Lauschangriffen, Manipulationen und Identitätstäuschung. Ohne TLS würden Anmeldedaten, Sessionscookies oder Geschäftsdaten im Klartext übertragen. TLS ist damit das Fundament des heutigen sicheren Internetverkehrs.
TLS ist der Nachfolger von SSL (Secure Sockets Layer), das ab 1995 von Netscape entwickelt wurde. Mit der Übergabe an die IETF wurde aus SSL 3.0 schließlich TLS 1.0 (RFC 2246, 1999). Aktuelle Version ist TLS 1.3 (RFC 8446, 2018), das ältere Algorithmen wie RC4, MD5 und statische RSA-Schlüsselaustausche endgültig entfernte.
Die SSL-/TLS-Geschichte ist von zahlreichen prominenten Sicherheitslücken geprägt - darunter Heartbleed (CVE-2014-0160) in OpenSSL, BEAST, POODLE und FREAK. Diese Vorfälle haben sowohl die Bibliotheken (OpenSSL) als auch die Standards stark vorangetrieben, da großere Unternehmen erkannt haben, dass sie auch für diese Bibliotheken Verantwortung übernehmen müssen.