Tool Use bzw. Function Calling beschreibt die Fähigkeit moderner Sprachmodelle, statt frei zu antworten, strukturierte Aufrufe an externe Funktionen oder Werkzeuge zu erzeugen. Das Modell entscheidet auf Basis der Eingabe, welche Funktion mit welchen Parametern aufgerufen werden soll, und erhält das Ergebnis zur weiteren Verarbeitung.
In der Praxis registriert die Anwendung Funktionen als JSON-Schemata (Name, Beschreibung, Parameter, Rückgabe). Das Modell entscheidet pro Schritt, ob es eine Funktion aufrufen oder direkt antworten möchte. Beispiele sind OpenAIs "function calling", Anthropics "tool use", Googles "function calling" in Gemini sowie standardisierte Varianten über das Model Context Protocol.
Einsatzzweck ist die Erweiterung der Fähigkeiten eines Sprachmodells über reine Textgenerierung hinaus. Werkzeuge können Datenbanken abfragen, APIs ansprechen, Dateien lesen oder schreiben, Berechnungen durchführen oder physische Aktionen anstoßen. Damit werden Modelle zu vollwertigen Agenten in größeren Systemen.
Das Konzept stammt aus Forschungsarbeiten zu Toolformer und ReAct (2022/2023). OpenAI führte Function Calling 2023 in seine API ein, Anthropic ergänzte Tool Use kurz danach, und mit dem Model Context Protocol (2024) entstand ein anbieterübergreifender Standard.
Für Cowork, Claude Code und ähnliche Plattformen sind Tool Use/Function Calling die zentrale Grundlage agentischer Architekturen. Bemerkenswert: Bereits in den 1980er Jahren wurden in Symbolischen-AI-Systemen Werkzeuge an Inferenzmaschinen angebunden – moderne LLM-Agenten greifen damit Ideen auf, die schon einmal Teil der KI-Forschung waren.