Eine Public Key Infrastructure (PKI) ist ein System aus Richtlinien, Prozessen, Software und Hardware, mit dem digitale Zertifikate ausgestellt, verwaltet, verteilt, genutzt, überprüft und widerrufen werden. Eine PKI bindet damit Identitäten an asymmetrische Schlüsselpaare und macht diese Bindung für Dritte nachprüfbar.
Komponenten einer PKI sind insbesondere die Root- und Issuing-Zertifizierungsstellen (CAs), Registration Authorities (RAs), Verzeichnisdienste, Validation Authorities (für CRL und OCSP) sowie Key-Management-Systeme, oft mit Hardware-Sicherheitsmodulen (HSMs). Auf der Anwendungsseite gehören Zertifikatsbestände auf Servern, Clients, IoT-Geräten und in Identitätssystemen dazu.
Einsatzzweck ist die Bereitstellung einer skalierbaren Vertrauensbasis für eine Vielzahl von Anwendungsfällen: TLS, Code Signing, S/MIME, VPNs, Smartcards, mTLS in Service Meshes oder Maschinenidentitäten in Industrieanlagen. Eine PKI ersetzt das Vertrauen "jeder zu jedem" durch "alle vertrauen einer kleinen Menge von CAs".
Die Konzepte gehen auf die Public-Key-Kryptografie zurück, die Whitfield Diffie und Martin Hellman 1976 öffentlich beschrieben (sowie auf RSA von Rivest, Shamir und Adleman 1977). Standardisiert wurde die PKI-Welt vor allem durch die PKIX-Arbeitsgruppe der IETF, deren Profile X.509-Zertifikate für das Internet praxistauglich machten.
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