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Greenfield Development

Greenfield Development ist das Gefühl, in eine frisch gewaschene Bettdecke zu schlüpfen – alles ist sauber, riecht gut und wartet nur darauf, von dir benutzt zu werden.

Greenfield Development bezeichnet den Aufbau einer Anwendung auf der "grünen Wiese", also ohne nennenswerte Altlasten an Code, Daten oder Schnittstellen. Architektur, Technologie-Stack, Datenmodell und Prozesse können frei gewählt und ohne Rücksicht auf historisch gewachsene Strukturen gestaltet werden.

Greenfield-Projekte starten typischerweise mit einem klaren Geschäftsfall, einem festen Team und einer weißen Tafel. Häufige Anwendungsfelder sind neue Produktlinien, Spin-offs, digitale Geschäftsmodelle oder bewusste Ablösungen alter Systeme, bei denen das neue System parallel aufgebaut und später ausgerollt wird.

Einsatzzweck ist die Möglichkeit, moderne Architekturen, Technologien und Prozesse von Anfang an konsequent zu nutzen. Greenfield erlaubt einen klaren Schnitt – aber nur, wenn auch organisatorisch die Trennung von Altsystemen sauber gehalten wird.

Der Begriff wurde aus dem Bauwesen übernommen, wo "greenfield sites" unbebaute Flächen bezeichnen. In der Softwareentwicklung hat er sich seit den 1990er Jahren etabliert und wird heute oft als Gegenstück zu Brownfield Development genutzt.

Greenfield-Projekte gelten oft als attraktiv – "endlich mal sauber bauen" – sind aber riskant: Sie unterschätzen oft die Komplexität der bestehenden Welt, in die das neue System letztlich integriert werden muss. In der Praxis zeigt sich häufig, dass Greenfield-Projekte nach einigen Jahren wieder zu Brownfield-Systemen geworden sind, wenn Pflege und Disziplin nachlassen.

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