.NET Core ist die plattformübergreifende, modulare und quelloffene Neuimplementierung der .NET-Plattform durch Microsoft und die .NET Foundation. Im Gegensatz zum klassischen, Windows-gebundenen .NET Framework läuft .NET Core nativ auf Windows, Linux und macOS und ist auf GitHub unter der MIT-Lizenz veröffentlicht. Die Kernbestandteile sind die CoreCLR als Laufzeitumgebung mit dem Just-in-Time-Compiler RyuJIT, die unter dem Namespace System.* gebündelten Basisbibliotheken (ursprünglich als CoreFX entwickelt), der Roslyn-Compiler für C# und Visual Basic sowie das CLI-Werkzeug ‚dotnet' für Build, Test und Veröffentlichung.
Einsatzschwerpunkte sind moderne Web-APIs und Webanwendungen mit ASP.NET Core, Microservices in Container-Umgebungen wie Docker und Kubernetes, Cloud-native Workloads in Azure, AWS oder Google Cloud, hochperformante Hintergrunddienste sowie plattformübergreifende Kommandozeilenwerkzeuge. Ab .NET Core 3.0 werden zusätzlich Windows-Desktop-Workloads mit WPF und Windows Forms unterstützt, allerdings nach wie vor nur unter Windows.
.NET Core adressiert gezielt die zentralen Schwächen des klassischen Frameworks: die Bindung an Windows, die monolithische Auslieferung über Windows-Update mit langen Release-Zyklen, die eingeschränkte Container-Tauglichkeit und die im Vergleich zu modernen Stacks wie Node.js oder Go nur durchschnittliche Performance bei typischen Web-Workloads. Lösungsbausteine sind die Side-by-Side-Installation mehrerer Runtimes ohne GAC, eine konsequente modulare Auslieferung über NuGet-Pakete, Self-Contained Deployment, bei dem Anwendung und Runtime gemeinsam in einem Verzeichnis ausgeliefert werden, ein leichtgewichtiger Web-Stack mit dem Cross-Platform-Server Kestrel sowie spürbar verbesserte JIT-Optimierungen und ein überarbeiteter Garbage Collector. Mit Single-File-Publishing, Trimming und Ahead-of-Time-Kompilierung (Native AOT, produktiv ab .NET 7/8) lassen sich kleine, schnell startende Artefakte erzeugen, die für serverlose Plattformen und Container besonders attraktiv sind.
Historisch erschien .NET Core 1.0 im Juni 2016, gefolgt von 1.1 (Ende 2016), 2.0 (2017), 2.1 LTS (2018), 2.2 (2018), 3.0 (September 2019, mit Worker Services und Desktop-Workloads) und 3.1 LTS (Dezember 2019). Im November 2020 wurden .NET Framework und .NET Core unter dem Namen ‚.NET 5' zu einer einheitlichen Produktlinie zusammengeführt; der Zusatz ‚Core' wurde dabei fallen gelassen. Seitdem erscheint jährlich im November eine Hauptversion mit abwechselndem Support-Modell: .NET 6 LTS (2021), .NET 7 (2022, STS), .NET 8 LTS (2023), .NET 9 (2024, STS), .NET 10 (2025, LTS). Die Versionsnummer 4 wurde bewusst übersprungen, um Verwechslungen mit dem etablierten .NET Framework 4.x zu vermeiden.
Federführend entwickelt wird .NET Core von Microsoft, getragen unter anderem von Scott Hunter und Scott Hanselman aus dem Produktmanagement, von David Fowler und Damian Edwards für ASP.NET Core sowie von Stephen Toub und Jan Kotas aus dem Laufzeit- und Performance-Team. Die formale Governance liegt bei der 2014 gegründeten .NET Foundation, einer unabhängigen, gemeinnützigen Stiftung, die Markenrechte, Beitragsprozesse und CLA-Verwaltung über zahlreiche Open-Source-Projekte des .NET-Ökosystems hinweg bündelt.
Vor der offiziellen Bezeichnung liefen die Arbeiten unter dem Codenamen ‚Project K' bzw. ‚ASP.NET vNext'. Die Ankündigung der vollständigen Quelloffenlegung des Server-Stacks auf der Connect();-Konferenz 2014 galt als deutlicher Bruch mit Microsofts vorheriger Strategie unter Steve Ballmer und wurde von vielen Entwicklern als Symbolakt der ‚neuen', von Satya Nadella geprägten Unternehmenskultur gelesen. Der Sprung von .NET Core 3.1 direkt auf .NET 5 unter Auslassung der ‚4' ist in der Versionierungspraxis ein seltener, aber bewusst kommunizierter Schritt — er sollte signalisieren, dass die alte, an Windows gebundene .NET-Framework-Linie endgültig in eine einheitliche, moderne Produktfamilie überführt wurde.
Bei bluehands gehört .NET (core) zum Kern unseres Technolgiestacks und wir beteiligen uns aktiv im Ökosystem mit mehreren Open Sporce Projekte zur Erweiterung der Plattform. U.a. mit FunicularSwitch (Option & Result, Funktionale Erweiterungen) und RESTyard (REST, Hypermedia und HATEOAS für ASP.NET)