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Azure SQL Database

Eine Datenbank, die sich selbst patcht und sichert, während Sie in Ruhe Ihren Kaffee genießen.

Azure SQL Database ist der vollständig verwaltete relationale Datenbankdienst (DBaaS) auf Basis der Microsoft-SQL-Server-Engine. Er kapselt Installation, Patching, Backup, Hochverfügbarkeit und Skalierung des darunterliegenden SQL-Servers und stellt T-SQL-kompatible Datenbanken über das Tabular Data Stream-Protokoll (TDS) bereit. Verfügbar ist der Dienst in mehreren Bereitstellungsoptionen: Single Database, Elastic Pool (Ressourcen-Pooling über mehrere Datenbanken eines Mandanten), Hyperscale (Speicher und Rechenleistung getrennt skalierbar bis 100 TB), Serverless (automatisches Pausieren und Skalieren) sowie als Managed Instance für Workloads mit hoher SQL-Server-Kompatibilität (SQL Agent, Cross-Database-Queries, CLR).

Eingesetzt wird Azure SQL Database als Datenhaltungsschicht für klassische Geschäftsanwendungen, OLTP-Workloads, SaaS-Plattformen mit Mandantentrennung pro Datenbank, Reporting-Datenbanken sowie als Ziel von Migrationen aus On-Premises-SQL-Server. Funktionen wie Always Encrypted, Transparent Data Encryption (TDE) mit Customer-Managed Keys aus Key Vault, Row-Level Security, Dynamic Data Masking, Auditing und Microsoft Defender for SQL adressieren Datenschutz- und Compliance-Anforderungen.

Der Einsatzzweck und das gelöste Problem liegen im Wegfall der typischen DBA-Aufgaben in einer geteilten Verantwortungsschicht. Versionsupgrades, Patches, Backup-Strategien (automatische Point-in-Time-Restore-Fenster, Long-Term Retention), aktive Geo-Replikation und Auto-Failover-Gruppen werden vom Dienst übernommen. Kunden konzentrieren sich auf Schema, Indexstrategie, Query-Optimierung und Anwendungslogik, während Microsoft die Plattform-Operations verantwortet.

Historisch wurde der Dienst unter dem Namen ‚SQL Azure' im Februar 2010 zusammen mit der allgemeinen Verfügbarkeit von Windows Azure eingeführt; in den ersten Jahren waren die Größen- und Funktionsgrenzen gegenüber dem klassischen SQL Server deutlich enger. Mit den V12-Versionen (2014/2015), der Hyperscale-Architektur (2019), Serverless (2019) und der weitgehenden Konvergenz mit der Box-Version SQL Server 2022 hat sich Azure SQL Database zu einer eigenständigen, parallel zur Box weiterentwickelten Engine-Variante entwickelt. Funktionen erscheinen heute regelmäßig zuerst in Azure SQL und finden später ihren Weg in den klassischen SQL Server.

Die Hyperscale-Variante implementiert ein Cloud-natives Storage-Layer mit dedizierten Page-Servern und Log-Service, das deutlich von klassischen SQL-Server-Architekturen abweicht. Diese Arbeiten wurden im Forschungspapier ‚Socrates: The New SQL Server in the Cloud‘ (SIGMOD 2019) öffentlich vorgestellt — ein seltener Einblick in die innere Architektur eines Hyperscaler-Datenbankdienstes und gleichzeitig eine deutliche Abkehr vom traditionellen SQL-Server-Storage-Modell.

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