Ansible ist ein Open-Source-Werkzeug für Konfigurationsmanagement, Software-Bereitstellung und einfache Orchestrierung. Es arbeitet agentenlos: Ansible verbindet sich per SSH (auf Linux/Unix) oder WinRM (auf Windows) zum Zielsystem und führt dort Module aus, die in Python (oder kompatiblen Sprachen) implementiert sind. Konfigurationen werden als YAML-Playbooks geschrieben und beschreiben deklarativ den gewünschten Zustand — installierte Pakete, gestartete Services, vorhandene Konfigurationsdateien, Benutzer, Cron-Jobs.
Eingesetzt wird Ansible klassisch für Server-Konfiguration (Patchen, Härtung, Anwendungsinstallation), Netzwerk-Automatisierung (Cisco, Juniper, Arista), Container-Bootstrapping, Ansible-Pull-basierte Installationen, Cloud-Provisionierung über Cloud-Module sowie für die Orchestrierung mehrstufiger Deployments. Über Roles und Collections (im Ansible Galaxy oder Automation Hub) lassen sich wiederverwendbare Bausteine teilen. Die kommerzielle Variante Red Hat Ansible Automation Platform (vormals Tower / AWX) ergänzt Ansible um RBAC, Workflows, Job-Scheduling, Audit-Logging und Skalierung.
Im Kern geht es um die idempotenten, deklarativen Beschreibung von System- und Netzwerkkonfiguration. Vorgänger wie eigenes Bash-Skripting waren fehleranfällig, schwer lesbar und nicht idempotent — wiederholte Ausführung führte oft zu unerwartetem Verhalten. Konfigurationsmanagementsysteme wie Puppet und Chef verlangten Agenten und ein Master-Server-Modell, was in heterogenen Umgebungen zusätzlichen Betriebsaufwand bedeutete. Ansibles agentenloser, push-basierter Ansatz mit YAML als Konfigurationssprache senkte die Einstiegshürde signifikant.
Historisch wurde Ansible 2012 von Michael DeHaan veröffentlicht, der zuvor an Cobbler und Func bei Red Hat gearbeitet hatte. 2015 übernahm Red Hat die Firma Ansible, Inc.; das Projekt blieb Open Source. Wichtige Meilensteine sind die Aufteilung des monolithischen Ansible-Repos in "ansible-core" und Collections (ab Ansible 2.10, 2020), die Einführung von Execution Environments als Container-basierte Laufzeitumgebung und die Integration in Red Hats Automation Platform.
EDer Name "Ansible" stammt aus dem Science-Fiction-Roman "Rocannon's World" (1966) von Ursula K. Le Guin; ein Ansible ist dort ein Gerät zur instantanen Kommunikation über beliebige Distanzen — eine passende Metapher für ein Werkzeug, das ohne Agenten Zielsysteme erreicht.
Bei bluehands gehört Ansible zu den Standard-Werzeugen und wird in mehreren Projekten erfolgreich eingesetzt.